Der Wunsch, Schreiben zu meinem Beruf zu machen, war schon seit meiner Jugendzeit da. Dann kamen die vielen „Aber“: Schließlich will man einen Beruf erlernen, mit dem man sein Leben bestreiten kann. Geschichten oder gar Romane schreiben, das kann und darf ein Hobby sein, zuerst brauchte ich aber eine solide Ausbildung, so meine Eltern. Also entschloss ich mich nach meinem Abi erst einmal Germanisitk zu studieren. Das hat natürlich viel mit Schreiben, noch mehr mit Lesen zu tun. Mit freiem, kreativen Schreiben dafür wenig.
Das Studium – und auch das Studium der Ur- und Frühgeschichte, sowie der Klassischen Archäologie, machten mir großen Spaß. Neben Hausarbeiten, Referaten schrieb ich nach wie vor privat Kurzgeschichten, Gedichte und andere kleinere Texte. Ich arbeitete in einem Museum, schloss mein Studium ab, gründete eine Familie, zum ersten Kind, das mein Mann und ich schon während dem Studium bekommen hatten, gesellten sich von vier weitere Kinder und ich war zeitweise froh, wenn ich zumindest etwas zum Lesen und ein ganz klein wenig zum schreiben kam.
Das war meine Zeit – oftmals nur kurz zwischendrin, aber ich genoss sie sehr. Was ich mir auch noch als „meine Zeit herausnahm“, war das Joggen, das ich begonnen hatte, nachdem mein erstes Kind zu laufen anfing und nicht mehr in seinem Buggy sitzen wollte bei meinen langen, ausgedehnten Spazierrunden durch den Wald. Nicht umsonst heißt meine Webseite „Write & Run“.
Ich begann die Germanistik auszubauen, in dem ich ein Studium der Journalistik anschloss. Über das Thema Trailrunning interviewte ich die befreundete Läuferin Marika Schmidt. Daraus wurde die Idee geboren etwas zumThema „Trailrunning“ zu schreiben – 2014 gab es noch kaum Bücher zu diesem Thema. Sie und ihr Lauf- und Lebensgefährte Oliver Fischer lieferten mir wertvolle ergänzende Infos zum Thema Wettkämpfe, ich schrieb und 2015 erschien Faszination Trailrunning im Neuen Sportverlag Stuttgart.
Das Schreiben von Sachbüchern hat Ähnlichkeit mit dem Schreiben einer Studienhausarbeit. Man hat eine Gliederung und stellt nach und nach alles Wissenswerte gut strukturiert zusammen. Doch das war noch nicht das, was ich eigentlich wollte. Dennoch war es ein super Beginn. Zeitgleich schrieb ich für eine Outdoorzeitschrift.
2017 wagte ich dann den Sprung. Einstieg ins Romanschreiben
Mitten im trubeligsten Alltag schrieb ich zwar, aber einen ganzen Roman, das traute ich mir nicht zu. Mehr noch, hielt ich es für unmöglich. Ich war zu der Zeit dabei, Interviews mit der Kickboxerin Fatma von Rüdgisch-Ballas zu führen, um daraus eventuell eine Biographie zu schreiben.
Dann traf ich auf die Romanschule Jurenka Jurk. Und nach dem ersten Gespräch war für mich klar: Yes, ich werde es versuchen. Jurenka sagte in diesem ersten Gespräch sowas wie: Du brauchst nicht stundenlang Zeit und Ruhe pro Tag – wichtig ist es, dein Schreiben zu priorisieren, wirklich dranzubleiben und dann reichen auch zeitweise 10 bis 20 Minuten pro Tag, in denen du dich mit deinem Roman beschäftigst.
Zunächst war ich skeptisch, doch stürzte mich voller Begeisterung in die Arbeit und lernte in den folgenden Monaten intensiv das „Handwerkszeug“ zum Romanschreiben, lernte in Modulen mit einer kleinen Gruppe Mitschreibenden zu strukturieren, Figuren mit Tiefe zu entwerfen, zu plotten und zu planen – etwas, das meiner eher chaotischen Künstlerseele nicht gut reingelaufen ist – mir aber geholfen hat, effizient zu schreiben. 2023 erschien mein erster Roman Jenseits der Wälder.
Mit dem neuen Wissen und vor allem mit dem neu gewonnenen Zutrauen machte ich mich daran, die Biografie Fatmas als Roman umzuschreiben. Ich habe gecheckt, dass ich alle Voraussetzungen habe – Ideen, die Bereitschaft und die Fähigkeit, wirklich überall zu schreiben – und die Welt um mich und meine Gedanken dazu, aufmerksam zu registrieren und als möglichen „Stoff“ wahrzunehmen. Hierzu folgender Artikel auf meiner Webseite: Über das Schreiben und das Laufen.
Derzeit entsteht ein historischer Roman, den ich dieses Jahr beenden werde.
Die ersten Schritte mit dem professionellen Schreiben
Die Ausbildung zur Romanautorin war für mich die absolute Initialzündung. Ich hatte nicht nur grobe Ideen und die Fähigkeit zu schreiben, sondern nun auch ein Ziel und eine Struktur, die ich erlernte, um ans Ziel zu kommen: nämlich einen Roman zu veröffentlichen. Geholfen hat mir hierbei sicherlich, dass meine Familie mich unterstützt hat. Das heißt, nicht nur ich selbst habe mein Schreiben als wichtig anerkannt, sondern auch meine Familie. Die Fähigkeit zu improvisieren und kleine Zeitfenster zu nutzen hat sich ausgezahlt – dennoch brauchte ich natürlich ein paar Stunden konzentrierte Arbeit immer wieder – und die musste ich mir bewusst am Wochenende nehmen.
Was mich das Schreiben seitdem gelehrt hat
Schreiben gehört zu mir wie das Atmen oder das Laufen. Es ist eine Form der Verarbeitung, der Manifestation, des Erlebens.
Pausen sind dennoch wichtig, auch bei Dingen, die man sehr gerne macht. Durch meinen dichten Alltag mit Familie, Job als Journalistin und Schreibende, erschöpfte ich mich, da ich mir selbst keine Pausen gönnte.
Ich begann, zu meditieren, meine Yogapraxis auszubauen und mich in Achtsamkeit allgemein zu üben.
Nur durch Balance ist Kreativität möglich. Hieraus habe ich 2025 ein Coachingkonzept aufgebaut, das intuitives Schreiben und Embodiment aka Yoga, Atem, Meditation koppelt. Mein Embodied Writing Raum ist entstanden.
Warum ich mich immer wieder fürs Schreiben entscheiden würde
Tu, was du tun willst! Der Rest kommt von allein.
Mich dazu zu entscheiden, das Schreiben auf professionelle Beine zu stellen – als Schriftstellerin und als Journalistin – war eine der besten Entscheidungen meines Lebens. Viel Geld kann man (zunächst) nicht damit verdienen, das ist wahr. Aber generell – und das rate ich jedem, auch und vor allem meinen jung erwachsenen Kindern – musst du tun, was du tun willst, wofür du dich begeisterst und darauf kannst du aufbauen. Auch so, dass du davon leben kannst.
In meiner Arbeit als Coach erfahre ich oft, dass vielen Menschen genau das abhanden gekommen ist: Sie wissen gar nicht mehr, was sie eigentlich wollen, wofür sie sich begeistern würden. Durch Körperarbeit und intuitives Schreiben helfe ich hier den eigenen Wünschen und Träumen wieder auf die Spur zu kommen.
Klingt das ansprechend für Dich?
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